Schützentradition

Traditionen werden von vielen Menschen als etwas ewig Gestriges angesehen. Dabei können gerade heute die Traditionen für den Zusammenhalt der Gesellschaft sorgen. Unsere Vereine veranstalten im Jahresverlauf zahlreiche Feste und beweisen damit ein aufs andere Mal, dass eine Dorfgemeinschaft funktioniert. Wenn dabei die Tradition mit neuen Ideen verbunden wird, ein Angebot für alle Generationen gemacht und das schöne alte Brauchtum gepflegt und erhalten wird, kommt das nicht nur den Schützenvereinen zugute, sondern uns allen.

Und nur die Schützen können auf eine derart lange Tradition zurückblicken. Bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts entwickelten sich parallel zum Städtewesen die Schützengesellschaften, deren Hauptaufgabe die Verteidigung der Städte war. Nur sie waren an den neuen Feuerwaffen ausgebildet. Damit die Schützen treffsicher blieben, wurden regelmäßig Schießübungen abgehalten, die schon damals häufig mit einer Festfeier verbunden waren.

Heute sind die Schützenvereine reine Sportvereine. Aber noch immer ist das größte Fest im Jahr der Bezirksschützentag, das im Frühsommer in allen Schützenbezirken Deutschlands stattfindet. Es ist ein wahres Volksfest mit Schützenumzügen, schönen Trachten und Musik.

Auch das Münchner Oktoberfest mit dem Oktoberfest-Landesschießen ist rot markiert im Terminkalender aller Schützen. Eröffnet wird diese traditionelle Veranstaltung mit dem großen Trachten- und Schützenzug durch die Münchner Innenstadt zur Theresienwiese, der von zigtausend Schaulustigen begleitet wird. An 110 Schießständen findet danach das traditionelle Oktoberfestschießen statt, das mit der Proklamation von Schützenkönig und -königin vor der Bavaria endet.

Und was wäre auch diese feierliche Veranstaltung ohne die Tradition des Böllerschießens. Die Schützenkönige werden so gekürt, Jubilare geehrt, Dorffeste eröffnet und bei Beerdigungen werden verdiente Bürger von den Böllerschützen feierlich verabschiedet. Eine schöne, lautstarke Tradition.