Schützenbezirk Schwaben

Herzlich willkommen beim Schützenbezirk Schwaben

  • Full Screen
  • Wide Screen
  • Narrow Screen
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Abschlussveranstaltung "Frauen ab 40" in Nördlingen

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

 

Nördlingen – die schönsten Ecken sind rund

 

So Gsell so ...“ tönt es jeden Abend vom Kirchturm „Daniel“. Herauszufinden, was dies bedeutet, war mit ein Grund, dass die diesjährige Abschlussveranstaltung „Frauen ab 40“ in Nördlingen stattfand.

GaudamenleiterInnen richteten die gauinternen Schießen „Frauen ab 40“ bereits Anfang des Jahres für ihre Schützinnen aus. Die Rahmenbedingungen waren vorgegeben, aber jede/r Damenleiter/in durfte dieses Schießen nach ihren Ideen „verfeinern“. Von jedem Gau fährt die/der Damenleiter/in mit ihren 3 Schützinnen (2x LG-, 1x LP-Siegerin) zur Abschlussveranstaltung, auch Gäste sind uns immer herzlich willkommen.
Jedes Jahr findet diese Abschlussveranstaltung in einer schönen Stadt oder Region in Schwaben statt – Sie glauben gar nicht, was es in unserer Heimat alles zu entdecken gibt.

Das Baldinger Tor, eines der 5 Stadttore von Nördlingen, war unser Treffpunkt. Dort hatten die Bezirksdamenleiterinnen einen kleinen Empfang für über 40 Damen und einen Herrn aus ganz Schwaben vorbereitet.

Gestärkt mit einem Glas Prosecco und einer Brezel ging es nach einer kleinen Begrüßung mit den Gästeführerinnen auf die Suche nach den schönsten Ecken und Winkel der Stadt. Manchmal mit einem zweifelnden Blick in den wolkenverhangenen Himmel – aber es sollte halten. Unser GDL Roland Lotter hatte recht, das Wetter besserte sich stündlich ...

Wir erfuhren einiges über die Stadt, wie z. B. dass "Nordilinga" 898 als karolingischer Königshof das erste Mal urkundlich erwähnt und bereits 1215 Freie Reichsstadt wurde.

Seit 1219 wird die Pfingstmesse abgehalten, heute die „Nördlinger Mess“. Sie wurde im Mittelalter zur bedeutendsten Fernhandelsmesse und erklärt bis ins 16. Jahrhundert Nördlingens Wirtschaftskraft und politische Bedeutung, seine Baudenkmäler und Kunstschätze.

Die ab dem 14. Jahrhundert gebaute Stadtmauer mit 5 Toren und 11 Türmen umgibt noch heute mit guterhaltenem Wehrgang die malerische Altstadt.

Bei unserem Rundgang bekamen wir erzählt, dass es ein Schwein war, das die Stadt einst vor fremder Belagerung gerettet hat. Kaiser Maximilian sich mit seinem Gefolge in Nördlingen sehr wohl gefühlt hat. Und Edelleute es gerne sahen, wenn ihre Töchter und Söhne sich in Kinder von Gerbern verliebten, denn diese waren einst sehr reich.

Zum Abschluss der Stadtführung machten wir noch einen Besuch in der spätgotischen Hallenkirche St. Georg mit dem 90 m hohen Turm, im Volksmund "Daniel" genannt.
Mit einem „Konzert zur Marktzeit“ erfreuten uns vier junge Bläsern mit einem anspruchsvollen Konzert in der Kirche.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen nutzten wir die freie Zeit zu einem ausgiebigen Besuch auf dem Rosenmarkt. Alles rund um die Rose war dort zu finden. Das reichhaltige Angebot an den vielen Verkaufsständen und die Aussage von GDL Roland Lotter – alles zum Auto zu tragen - machte es unseren Damen nicht schwer, etwas schönes aus Nördlingen mit nach Hause zu nehmen.

Nun stand noch das Rieskrater-Museum auf dem Programm. Dort wurden wir um 15 Millionen Jahre zurückversetzt, als das Nördlinger Ries entstand. Durch den Einschlag eines Großmeteoriten, der mit einer Geschwindigkeit von mindestens 70.000 km/h auf die Erde aufschlug. In einem Kurzfilm wurde anschaulich erklärt, wie der Rieskrater innerhalb weniger Sekunden entstand und welche Auswirkungen in einem großen Umkreis es hatte.

Der 90 m hohe „Daniel“ war noch eine sportliche Herausforderung an uns, der sich fast alle stellten. So bietet er nach dem Erklimmen der 350 Stufen einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und das Ries. Seinen Namen erhielt er aus dem Volksmund wohl nach einem Bibelvers (Daniel 2,48): "Und der König erhöhte Daniel und ... machte ihn zum Fürsten über das ganze Land".

In der Turmstube wohnt seit jeher der Türmer, der über die Stadt zu wachen hatte. Es hat ihn schon sehr amüsiert, als die vielen Frauen schnaufend bei ihm in der Türmerstube ankamen. Traditionsgemäß ruft er auch heute noch sein „So Gsell so" halbstündlich zwischen zehn und zwölf Uhr nachts. Mit diesem Ruf sollte früher die Verbindung zu den Wächtern an den Stadttoren aufrecht erhalten werden, um ihre Wachsamkeit wechselseitig zu kontrollieren.

Mit der offenen Frage „Wo fahren wir nächstes Jahr hin?“ und einem Erinnerungsfoto ging unsere gutgelaunte Gruppe am Ende eines erlebnisreichen Tages nach einer kurzen Verabschiedung auseinander. Einige traten sofort die Heimreise an, die anderen statteten noch der „Nördlinger Mess“ einen Besuch ab und ließen so ihren Tag ausklingen.

Alle die an der diesjährigen Abschlussveranstaltung dabei waren, wollen auch im kommenden Jahr ein weiteres Stück unserer schwäbischen Heimat kennenlernen und deshalb wieder an den Stand gehen, wenn es im Gau heißt „Schießen für Frauen ab 40".

Gisela Leutenmaier
2. Bezirksdamenleiterin